Zielsetzung

Das Setzen von Zielen ist als Baustein einer entschlossenen Einstellung eine wichtige Voraussetzung für Top-Leistungen.

Langsam anfangen!
Wer anfangen will, mit Zielen bewusster zu arbeiten, sollte sich als Lernenden begreifen und nicht alles auf einmal erwarten. Es empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen:

  • Einzelne Ziele: Mit einzelnen kurzfristigen und gut überprüfbaren Zielen beginnen.
  • Annäherung prüfen: Die Annäherung an das Ziel prüfen und den Prozess von Zielsetzung, Überprüfung, Zielerreichung und Setzung neuer Ziele kennenlernen.
  • System ausbauen: Langsam längerfristiger Ziele setzen, Teilziele formulieren und Zielhierarchien bilden.

Erfahrungen mit der Überprüfung und Erreichung einzelner Ziele geben Mut für die Setzung neuer Ziele und fördern den Aufbau einer umfangreicheren Zielorientierung.

Ziele bei wichtigen Ereignissen: Mehrere Ziele setzen
Wenn sich Ziele auf wichtige Ereignisse (z.B. Wettkämpfe, Spiele) beziehen, empfiehlt es sich, mehrere Ziele zu formulieren. Damit gelingt es besser, sich flexibel auf unvorhergesehene Umstände oder Wendungen einstellen zu können.

Insbesondere die kurzfristigen Ziele, die sich vor dem Hintergrund mittel- und langfristiger Ziele ergeben, bestimmen unseren Alltag und sind jeden Tag präsent. Sie sind damit aber auch den sich ständig ändernden Bedingungen des täglichen Lebens unterworfen: Es kommt etwas dazwischen (z.B. jemand wird krank, etwas ist kaputt gegangen), neue Anforderungen entstehen (z.B. man muss für jemanden einspringen) oder andere unvorhergesehene Ereignisse (z.B. Wetter) haben einen Einfluss auf unsere Ziele.

Kurzfristige Ziele sollten deshalb flexibel gehandhabt werden können. Dazu empfiehlt sich eine Einteilung des Ziels nach Anspruch und Inhalt (Zieltaxonomie). Diese Einteilung soll anhand eines Wettkampfzieles als Beispiel verdeutlicht werden (modifiziert nach Birrer, Schmidt und Wetzel (2007) sowie nach Keil (2007)):

Anspruch des Ziels:

  • Optimalziel: Was ist unter optimalen Bedingungen maximal möglich?
  • Normalziel: Womit ist vernünftigerweise zu rechnen?
  • Minimalziel: Was sollte auch unterschlechten Bedingungen mindestens erreicht werden?

Inhalt des Ziels:

  • Ergebnisziele: Hier sind verschiedene Aspekte möglich:
    - Leistungsziel (z.B. Sprunghöhe, Laufzeit, geschossene Tore)
    - Platzierungsziel (z.B. Endkampf oder Medaille)
  • Handlungsziele: ier sind verschiedene Aspekte möglich:
    - Verhaltensziel (z.B. Einstellung mit der ich mich im Wettkampf/Spiel präsentiere,
    - Technikziel (z.B. bestimmte Bewegungstechnik, die ich umsetzen will),
    - Taktikziel (z.B. bestimmte Spielzüge, die ich umsetzen will)

Hintergrund ist, dass jemand, der mehr und konkrete Ziele hat, über einen konkreteren Handlungsplan verfügt und besser mit unerwarteten Situationen, z.B. wenn Teilziele nicht mehr umgesetzt werden können, umgehen kann. Die bewusste Auseinandersetzung mit den Zielen unterstützt die Handlungsorientierung, motiviert und verbreitert die Handlungsgrundlage (nach Keil, 2007).

Aus Anspruch und Inhalt der Ziele ergibt sich eine Tafel, die in einem Wettkampfbeispiel eines Hochspringers bei den Deutschen Meisterschaften verdeutlicht werden soll:

Tabelle: Fiktive Zieltaxonomie eines Hochspringers bei den Deutschen Meisterschaften

Zieltaxonomie Optimalziel Normalziel Minimalziel
Leistungsziel 2,30 m hoch springen 2,25 m hoch springen 2,20 m hoch springen
Platzierungsziel Gewinnen Platz 1-3 Bis Platz 5
Verhaltensziel souverän alle Höhen im 1. Versuch springen Selbstvertrauen und Konzentration behalten nicht durch Gegner oder Umstände in Hektik bringen lassen
Technik-, Taktikziel neu gelernte Absprungtechnik optimal einsetzen mit neu gelernter Absprungtechnik umgehen Verletzung vermeiden

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Einstellung: Die Formulierung der Zielsetzung ist ein wichtiger Bestandteil der richtigen Einstellung [mehr]
  • Zielsetzungs-Checkliste: Formular zum Download [mehr]
  • Wettkampfziele: Formular zum Download [mehr]
© www.psycho-training.com 2010