Selbstvertrauen: an sich glauben

Zusammenfassung: Selbstvertrauen motiviert zu großen Anstrengungen und gibt die Sicherheit für gute Leistungen.

Nur wer daran glaubt, die gesteckten Ziele auch erreichen zu können, wird sich überzeugend anstrengen. Dieser Glaube an sich selbst und das Gefühl, die Ziele aus eigener Kraft schaffen zu können, sind die Grundlage für ein starkes Selbstvertrauen: Wenn ich das Gefühl habe, mich selbst und die Welt um mich herum steuern zu können und meine Ziele durchsetzen zu können, dann habe ich Selbstvertrauen. Dieses Selbstvertrauen wiederum motiviert mich zu großen Anstrengungen und gibt die Sicherheit für gute Leistungen.

Umgekehrt, wenn das Selbstvertrauen schwindet, beginnt häufig ein Teufelskreis: Zweifel und Unsicherheiten führen zu Fehlern und Misserfolgen. Die Zweifel verstärken sich und führen dann zu schwachen Leistungen oder Niederlagen.

Selbstvertrauen aufzubauen und zu erhalten ist also eine wichtige Voraussetzung für Spitzenleistungen. Wo kommt das Selbstvertrauen her? Die wichtigste Quelle für ein starkes Selbstvertrauen ist die eigene Erfahrung. Wer bisher erfolgreich war, kann daraus Selbstvertrauen schöpfen. Wer bisher Erfolge hatte, kann darauf hoffen, auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Wer gespürt hat, dass er etwas kann, hat das Gefühl, sich darauf verlassen zu können, dass das auch in Zukunft funktioniert.

Realistisches Selbstbild

Aus pädagogischer Sicht entscheidend ist dabei die Vermittlung eines realistischen Selbstbildes. Es bringt nichts, sich zu überschätzen und zu glauben, Dinge zu können, die man eigentlich nicht kann. Das kann zum Beispiel passieren, wenn bei Misserfolgen immer Erklärungen gesucht werden, die den Umständen die Schuld geben. Das kann aber auch passieren, wenn es mit der Forderung nach mehr Anstrengung oder Lernen übertrieben wird. Manchmal sind eben wirklich persönliche Grenzen erreicht und auch mit maximaler Anstrengung wäre nichts mehr zu machen.

Zu einem realistischen Selbstbild gehört es aber auch, sich selbst und die eigenen Möglichkeiten nicht zu unterschätzen. Äußerst störend können hier Interpretationen von Misserfolgen sein, die beim Betroffenen den Eindruck erwecken, das für einen Erfolg nötige Können nicht zu haben und auch nie erwerben zu können („Das schaffst Du nie!“). Die Verantwortung für die Folgen solcher Interpretationen muss allen deutlich werden, die andere Menschen betreuen (z.B. Eltern, Lehrer, Trainer): Ihre Einschätzung der Ursachen des Misserfolgs und die Vermittlung dieser Einschätzung an den Betroffenen kann dessen Selbstbild nachhaltig prägen, zum Beispiel:

  • Das hast du noch nie gekonnt. Das wirst du wohl auch nicht mehr lernen.“

Jemand, der eine solche Interpretation seines Verhalten zu hören bekommt, wird kaum mit Selbstvertrauen in die nächste Übung gehen - mit einer Ausnahme: manchmal kann es sein, dass ein Betroffener genau eine solche Aussage als ungeheure Motivation empfindet, es jetzt erst recht dem Rest der Welt zu beweisen, dass er es dennoch kann. Allerdings ist die Hoffnung auf eine solche Reaktion für denjenigen, der diese Interpretation abgegeben hat, ein äußerst schmaler Grat.

Die beste Basis für ein dauerhaft starkes Selbstvertrauen ist ein realistisches Selbstbild mit einer positiven Sicht der eigenen Stärken verbunden mit der Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Die Verantwortung bewirkt, dass positive Ereignisse auch als solche genommen werden und die eigene Person bestärken, also das Selbstvertrauen aufbauen. Bei negativen Ereignissen wird geforscht, welche Ursachen dazu geführt haben. Das Erkennen der Ursachen schafft das Gefühl, diese Ursachen beim nächsten Mal abschaffen zu können. Was bleibt, ist das Gefühl, das man die Veränderung der Situation ins Positive selbst in der Hand hat, das heißt, man behält das Gefühl der Kontrolle und kann auch aus negativen Ereignissen mit einem gestärkten Selbstvertrauen hervorgehen.

Die Kontrolle behalten

Das bereits beschriebene Gefühl der Kontrolle über die Situation ist ein wichtiges Element für das eigene Selbstvertrauen. Dabei kommt es nicht auf eine objektive Form der Kontrolle an, die realistischerweise kaum möglich ist: Niemand kann in die Zukunft blicken und vorhersagen, wie sich der Wettkampf oder das Spiel entwickeln wird. Wichtig ist vielmehr die subjektiv wahrgenommene Kontrolle: das Gefühl alles im Griff zu haben. Dieses Gefühl gibt die Sicherheit, selbst reagieren und Spitzenleistungen bringen zu können.

Gefährlich sind Überraschungen

Gefährlich für das Selbstvertrauen sind deshalb Überraschungen. Wer überrascht ist, hat mit dem Verlauf der Situation nicht gerechnet. Es ist also etwas passiert, was man nicht unter Kontrolle hatte. Überraschungen können zwar auch positiv sein, sie sind aber immer eine Gefahr für das Selbstvertrauen. Ursache der Gefahr für das Selbstvertrauen ist das fehlende Kontrollgefühl: Wenn ich das Gefühl habe, ein Spielball der Umstände zu sein, entwickelt sich Angst um das Gelingen der Handlung. Diese Angst führt zu Unsicherheiten und ist der erste Schritt zum Misslingen.

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