Konzentration
Zur Einleitung und Überwachung der Steuerungsprozesse unserer Handlungen ist Konzentration nötig. Gemeint ist damit die Lenkung der Aufmerksamkeit auf Wahrnehmungen, die für die Steuerung wichtig sind – und das Ausblenden von Wahrnehmungen und Gedanken, die den optimalen Ablauf der Handlung stören können. Nicht ablenken lassen
Entscheidend ist dabei nicht die Störung an sich, sondern die Tatsache, dass diese Störung wahrgenommen wird und die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Im Falle höchster Konzentration würden diese Ereignisse nämlich vielleicht gar nicht wahrgenommen werden. Störungen können sich aber auch aufgrund eigener Gedanken ergeben, z.B. durch Erinnerungen an vorherigen Misserfolge oder Erwartungen an das Ergebnis der Handlung, zum Beispiel:
Wichtig ist es zunächste einmal für Sportler und Trainer zu erkennen, ob die Konzentrationsprozesse gestört sind. Verschiedene Verhaltensweisen können Anzeichen dafür sein [mehr]. Wie kann man es schaffen, sich nicht von Störungen ablenken zu lassen? Prinzip dabei ist: Man kann Aufmerksamkeit nicht von etwas unerwünschtem weglenken. Man kann nur die Aufmerksamkeit auf etwas Neues hinlenken und dadurch von den unerwünschten Störungen oder Gedanken ablenken. Diese aktive Lenkung der Aufmerksamkeit kann durch verschiedene Techniken erreicht werden, zum Beispiel:
Ein wichtige Voraussetzung für den Erfolg dieser Techniken ist zu beachten: Die aktive Steuerung der Aufmerksamkeit erfordert ein hohes Maß an Anstrengung – und die wird nur aufgebracht, wenn die entsprechenden Ziele in Verbindung mit einer großen Entschlossenheit, diese Ziele auch erreichen zu wollen, vorliegen. Darüber hinaus müssen diese Techniken eingeübt werden, z.B. in Trainingssituation mit bewusst inszenierten Störungen (Regen simulieren durch Nassmachen der Bahn, Wahl der Trainingszeit bei Lärm in der Halle, eingeweihte Trainingspartner die stören etc.) Hintergrund: Automatisierte Steuerung erreichen
Der große Vorteil der automatisierten Kontrolle ist deren große Präzision, zum Beispiel:
Die letztere Strategie dieses Beispiels vertraut auf die automatisierte Steuerung der eigenen Bewegungen und belegt deren größere Präzision im Verhältnis zu einer bewusst kontrollierten Steuerung der Handlung, die natürlich dann zum Tragen kommt, wenn keine automatisierten Steuerungsprogramme vorliegen, d.h. zum Beispiel wenn völlig neue Bewegungen ausgeführt werden sollen. Das Ziel der Konzentrationsprozesse bei angestrebten Top-Leistungen muss es deshalb sein, die eingeübte automatisierte Handlungskontrolle in Gang zu setzen, ohne dass diese durch äußere Einflüsse, durch eigene Gedanken gestört wird oder dass statt der automatisierten Kontrolle bewusste Steuerungsprozesse stattfinden. 15. Februar 2010 - 19:27 - Michael Gutmann |
